Location · Muri AG
Hochzeit im Kloster Muri
Vier Trauzimmer in einer Klosteranlage von 1027, zwei davon kostenlos, dazu ein Konventrasen und eine Allee direkt vor der Tür. Das ist ein ungewöhnlich gutes Verhältnis von Aufwand zu Bild.
Auf dieser Seite stehen die vier Räume mit ihren Kapazitäten, die Samstagstermine bis 2028, die Regeln der Gemeinde im Wortlaut und die Punkte, die niemand publiziert. Die Beobachtungen stammen aus einer Reportage im Spätsommer.

Kurz gefasst
Was ihr wissen solltet
- Wo
- Klostergebäude Muri im Freiamt, Kanton Aargau. Das Zivilstandsamt liegt an der Seetalstrasse 6.
- Vier Räume
- Erdgeschoss bis 15 Personen, Mansarde bis 40, Refektorium und Singisensaal je 30 bis 100.
- Kostenlos
- Erdgeschoss und Mansarde. Refektorium und Singisensaal sind kostenpflichtig.
- Wann
- Mittwoch bis Freitag und an festgelegten Samstagen. Sonntags und an Feiertagen gar nicht.
- Samstag
- Kostet mehr. Die Daten stehen Jahre im Voraus fest — bis 2028 publiziert.
- Apéro draussen
- Der Klosterhof ist gemeindeeigen. Hochzeitsapéros sind dort ausdrücklich vorgesehen, brauchen aber eine Bewilligung.
- Kirchlich
- Zur Trauung in der Klosterkirche publiziert die Kirchgemeinde nichts. Fragt beim Pastoralraum nach.
- Fotos
- Konventrasen, Allee und Klosterhof liegen alle nebeneinander. Der Kreuzgang gehört zum Museum.
Das Kloster wurde 1027 von Ita von Lothringen und dem habsburgischen Grafen Radbot gegründet, die Kirche 1064 geweiht. Zwischen 1694 und 1697 ersetzte man das Kirchenschiff durch ein Oktogon, 1698 entstand im Kreuzgang die Loretokapelle — seit 1971 Begräbnisstätte der Habsburger. 1841 hob der Grosse Rat das Kloster auf, die Mönche mussten den Kanton innerhalb von 48 Stunden verlassen; die Kirche kam am 13. Januar 1941 an die Kirchgemeinde zurück, hundert Jahre später auf den Tag. 2027 wird die Anlage tausend Jahre alt.
Die Trauzimmer
Vier Räume im Kloster, zwei davon gratis
Das Zivilstandsamt Muri führt neun Traulokale. Vier stehen im Klostergebäude selbst, und die beiden kleineren kosten nichts — das ist in dieser Bauform selten.
| Raum | Platz | Wie die Gemeinde ihn nennt | Kosten |
|---|---|---|---|
| Erdgeschoss | bis zu 15 Personen | «klein, fein, komfortabel» | kostenlos |
| Mansarde | bis zu 40 Personen | «heimelig, warm, familiär» | kostenlos |
| Refektorium | 30 bis 100 Personen | «elegant, eindrucksvoll, historisch» | kostenpflichtig |
| Singisen Saal | 30 bis 100 Personen | «modern, stilvoll, elegant» | kostenpflichtig |
Wörtlich vom Zivilstandsamt Muri, Abruf 31.08.2026. Eine Strassenadresse nennt die Gemeinde für diese vier Räume nicht, sie stehen dort als «im Klostergebäude Muri (inhouse: Erdgeschoss, Mansarde, Refektorium, Singisensaal)». Wie hoch die Kosten für Refektorium und Singisensaal ausfallen, ist nicht publiziert.
Die fünf anderen Traulokale im Kreis
| Lokal | Wo | Platz |
|---|---|---|
| Gröfli-Festraum | Dorfstrasse 15, Muri | bis zu 100 Personen |
| Caspar-Wolf-Saal | Caspar Wolf-Weg 1, Muri | bis zu 140 Personen |
| Reusstal-Stube | Caspar Wolf-Weg 1, Muri | bis zu 49 Personen |
| Lindenberg-Stube | Caspar Wolf-Weg 1, Muri | bis zu 49 Personen |
| Romantiksaal Anna | Haus zur Sonne, Waltenschwil | bis zu 40 Personen |
Drei davon kamen laut Mitteilung der Gemeinde vom 18. November 2024 auf den 1. Januar 2025 dazu. Die Zahlen stammen von der Gemeinde; die Betreiber selbst nennen für den Caspar-Wolf-Saal 120 statt 140 Personen und für die beiden Stuben je 40 statt 49. Wer knapp kalkuliert, fragt beide.


Termine
Sechs Samstage im Jahr, drei Jahre im Voraus
«Ziviltrauungen finden in Muri jeweils Mittwoch - Freitags und an festgelegten Samstagen im Jahr statt.» Diese Samstage stehen fest und sind publiziert — ein Vorteil, wenn ihr früh plant.
| Jahr | Samstagstermine |
|---|---|
| 2026 | 8. August, 26. September, 10. Oktober |
| 2027 | 27. Februar, 15. Mai, 26. Juni, 28. August, 11. September, 30. Oktober |
| 2028 | 18. März, 20. Mai, 24. Juni, 19. August, 9. September, 28. Oktober |
Publiziert vom Zivilstandsamt Muri. Der Samstag kostet mehr: «Trauungen an einem Samstag werden mit einem höheren Tarif verrechnet» — wie viel mehr, steht nirgends. Der Kanton Aargau hält fest: «An Sonn- und Feiertagen dürfen keine Ziviltrauungen stattfinden.»
- Dreizehn Gemeinden gehören zum Zivilstandskreis Muri: Aristau, Beinwil (Freiamt), Besenbüren, Bettwil, Boswil, Bünzen, Buttwil, Geltwil, Kallern, Merenschwand, Muri, Rottenschwil und Waltenschwil.
- Das Amt sitzt an der Seetalstrasse 6 in Muri, Telefon 056 675 52 15, zivilstandsamt@muri.ch. Montag 08.30 bis 11.30 und 14.00 bis 18.00 Uhr, Dienstag geschlossen, Mittwoch und Donnerstag 08.30 bis 11.30 Uhr, Freitag durchgehend 08.30 bis 15.00 Uhr.
- Termin vorher abmachen. Die Gemeinde schreibt: «Bitte vereinbaren Sie vorgängig einen Termin. Auf Anfrage bieten wir auch Termine ausserhalb der regulären Öffnungszeiten an.»
- Eine Nummer, zwei Angaben. Auf der Dienstleistungsseite steht 056 675 52 10 mit der Kanzlei-Adresse, auf der Seite des Amtes 056 675 52 15. Wir nennen die Nummer des Amtes.
Regeln
Was in den Reglementen steht
Klosterhof, Konventrasen, Refektorium und Festsaal gehören der Einwohnergemeinde. Für sie gelten drei Reglemente, und die sind erfreulich konkret.
- «Das Abbrennen von Rauch bildenden Gegenständen (Wunderkerzen, Rauchanlagen usw.) ist im Inneren der Gebäude strengstens verboten.»
- «Allfällige Beschallungsanlagen sind so einzurichten und einzustellen, dass der über eine Stunde gemittelte Lärmpegel von 93 dB (A) nicht überschritten wird.»
- «Dekorationen, Einbauten und Installationen sind vorgängig mit dem Brandschutzbeauftragten der Einwohnergemeinde Muri abzusprechen.»
- «Zu kulturellen Veranstaltungen zählen insbesondere: Fasnacht, Open-Air Kino, Vereinsanlässe, Ausstellungen, Konzerte, Märkte, Hochzeitsapéros»
- «Für die Erteilung der Bewilligungen ist ausschliesslich die Gemeinde Muri zuständig.»
- «Von 22.00 Uhr bis 06.00 Uhr ist in schlecht isolierten Räumen oder bei offenem Fenster jeglicher Lärm, der den Schlaf der Mitmenschen stören könnte, verboten.»
Die Tarife der Gemeinde
| Posten | Ansatz |
|---|---|
| Refektorium | CHF 100 für Einheimische, CHF 150 für Auswärtige |
| Klosterhof ohne Strom | CHF 100 für Einheimische, CHF 300 für Auswärtige |
| Konventrasen und Klosterhof | CHF 200 für Einheimische, CHF 600 für Auswärtige |
| Festsaal mit Nebenräumen und Konsumation | CHF 600 für Vereine aus Muri, CHF 900 für übrige Einheimische, CHF 1650 für Auswärtige |
| Annullation | 20 Prozent des Mietbetrags, mindestens CHF 100 |
| Kaution für Auswärtige | bis zum doppelten Benützungstarif, höchstens CHF 5000 |
Aus dem Tarifblatt der Gemeinde Muri. Vorsicht damit: Das Dokument trägt im Text den Titel «Benützungsgebühren vom 24. November 2005», der Dateiname deutet auf 2024 — welche Fassung gilt, ist nicht erkennbar. Ausserdem kommen die Wörter «Singisen» und «Mansarde» im Blatt gar nicht vor. Für eine verbindliche Zahl führt kein Weg an einem Anruf vorbei. Reserviert wird über das Raumbewirtschaftungssystem auf der Website der Gemeinde.

Unser Tag dort
Wie der Tag lief
- Vorher Ankommen auf dem Klosterplatz
- Die Gäste treffen vor der Kirche ein, das Paar kommt mit dem Auto. Der Platz ist weit und offen, die Fassade steht im Rücken. Für die ersten Bilder braucht es hier keine Idee, nur eine Blickrichtung.
- Trauung Die Mansarde unter dem Dach
- Getraut wurde in der Mansarde: offener Dachstuhl, Bogenfenster auf einer Seite, rote Stühle, ein Flügel an der Wand. Der Raum fasst laut Gemeinde bis zu vierzig Personen und kostet nichts. Für uns heisst das: viel Tageslicht von der Seite, kein Blitz, kurze Wege.
- Danach Gratulieren im Saal
- Die Gratulationen fanden drinnen statt, direkt nach dem Ja-Wort. Das ist eng, aber ehrlich — und es geht schnell, weil niemand erst nach draussen wandern muss.
- Gruppen Konventrasen, ein Standort
- Für die Gruppenbilder sind wir auf den Konventrasen. Rasen, alte Bäume, dahinter die lange Fassade. Zehn Konstellationen, ein Ort, keine Wanderung — und Schatten für die, die in der Sonne blinzeln.
- Paarbilder Die Allee als Rahmen
- Die Baumreihen vor dem Kloster geben zwei Wände und einen Boden. Man muss nichts aufbauen und nichts suchen: hineingehen, laufen lassen, fotografieren. Im September steht die Sonne dafür genau richtig.






Fotos
Rasen, Allee, Hof: alles nebeneinander
Der grösste Vorteil dieses Ortes ist die Dichte. Gruppenbilder, Paarbilder und Apéro liegen keine hundert Meter auseinander, und die lange Fassade steht bei jedem davon im Hintergrund.









Der Kreuzgang mit dem Glasgemäldezyklus ist Teil des Museumsrundgangs und nicht frei zugänglich. Der Eintritt kostet laut Museumsverzeichnis CHF 15, ermässigt CHF 12, Dienstag bis Sonntag 11 bis 17 Uhr, im Winter bis 16 Uhr, montags geschlossen. Ob und zu welchen Bedingungen dort fotografiert werden darf, publiziert Murikultur nicht — wir konnten die Website nicht öffnen. Die Klosterkirche ist täglich offen: vom 1. April bis 31. Oktober von 8.00 bis 19.30 Uhr, sonst bis 18.00 Uhr.

Anreise
Fünf Minuten vom Bahnhof
- Mit dem Zug
- Vom Bahnhof Muri AG sind es rund fünf Gehminuten zur Klosteranlage. Die SBB führt dort 206 gedeckte Veloparkplätze und zwei Mobility-Standorte.
- Parkieren am Bahnhof
- 53 Autoparkplätze und ein Behindertenparkplatz, ein Tag kostet CHF 6, ein Monat CHF 60, ein Jahr CHF 600.
- Im Klosterhof
- «Die Parkplätze bei der Einfahrt sind von Montag bis Freitag zwischen 06:00 und 20:00 Uhr für Kunden reserviert.» Bei öffentlichen Anlässen verweist die Gemeinde auf die Parkplätze Widmen, Käserei und Wiliweg. Das Befahren des Hofs ist nur für Personentransporte, gehbehinderte Besucher und Anlieferungen erlaubt.
- Zivilstandsamt
- Seetalstrasse 6, 5630 Muri, Telefon 056 675 52 15, zivilstandsamt@muri.ch.
Fragen
Fragen zur Trauung im Kloster Muri
Kann man im Kloster Muri zivil heiraten?
Ja, in vier Räumen. Das Zivilstandsamt Muri führt sie als «im Klostergebäude Muri (inhouse: Erdgeschoss, Mansarde, Refektorium, Singisensaal)». Erdgeschoss und Mansarde sind kostenlos, Refektorium und Singisensaal kostenpflichtig.
Wie viele Gäste dürfen dabei sein?
Das hängt vom Raum ab. Die Gemeinde schreibt: Erdgeschoss «bis zu 15 Personen», Mansarde «bis zu 40 Personen», Refektorium und Singisen Saal je «ideal für 30 bis zu 100 Personen». Wir haben in der Mansarde fotografiert, mit einer Gesellschaft von rund dreissig Leuten war der Raum gut gefüllt und nicht eng.
An welchen Tagen wird getraut?
Wörtlich: «Ziviltrauungen finden in Muri jeweils Mittwoch - Freitags und an festgelegten Samstagen im Jahr statt.» Der Kanton Aargau hält zusätzlich fest: «An Sonn- und Feiertagen dürfen keine Ziviltrauungen stattfinden.»
Wann sind die Samstagstermine?
Die Gemeinde publiziert sie Jahre im Voraus. Für 2026 sind es der 8. August, der 26. September und der 10. Oktober; für 2027 der 27. Februar, 15. Mai, 26. Juni, 28. August, 11. September und 30. Oktober; für 2028 der 18. März, 20. Mai, 24. Juni, 19. August, 9. September und 28. Oktober. Sechs Termine im Jahr sind wenig — wer einen Samstag will, meldet sich früh.
Was kostet die Trauung?
Das publiziert die Gemeinde nicht. Zu den Räumen steht nur «kostenlos» oder «kostenpflichtig», und zum Samstag: «Trauungen an einem Samstag werden mit einem höheren Tarif verrechnet» — ohne Betrag. Fragt beim Zivilstandsamt nach, Telefon 056 675 52 15.
Geht ein Apéro im Klosterhof?
Er ist ausdrücklich vorgesehen. Das Nutzungsreglement zählt unter den kulturellen Veranstaltungen «Fasnacht, Open-Air Kino, Vereinsanlässe, Ausstellungen, Konzerte, Märkte, Hochzeitsapéros» auf. Bewilligen muss ihn die Gemeinde: «Für die Erteilung der Bewilligungen ist ausschliesslich die Gemeinde Muri zuständig.»
Darf man in den Räumen Wunderkerzen anzünden?
Nein. Das Benützungsreglement sagt: «Das Abbrennen von Rauch bildenden Gegenständen (Wunderkerzen, Rauchanlagen usw.) ist im Inneren der Gebäude strengstens verboten.» Zu Konfetti, Reis und Blütenblättern steht in keinem der Reglemente etwas — das heisst weder erlaubt noch verboten, sondern: vorher fragen.
Kann man in der Klosterkirche kirchlich heiraten?
Dazu publiziert die katholische Seite nichts. Der Pastoralraum Muri nennt allgemeine Bedingungen für die kirchliche Trauung — Taufschein, ziviler Trauschein, frühzeitige Anmeldung —, sagt aber nirgends, ob und wie die Klosterkirche dafür zur Verfügung steht. Ruft dort an: 056 675 40 20.
Wie laut darf gefeiert werden?
Für die gemeindeeigenen Räume gilt: «Allfällige Beschallungsanlagen sind so einzurichten und einzustellen, dass der über eine Stunde gemittelte Lärmpegel von 93 dB (A) nicht überschritten wird.» Dazu die Nachtruhe nach Polizeireglement ab 22 Uhr. Im Festsaal müssen ab 21 Uhr die Fenster auf der West- und Südseite geschlossen bleiben.
Wie kommen die Gäste hin?
Der Bahnhof Muri AG liegt rund fünf Gehminuten vom Kloster entfernt. Die SBB führt dort 53 Autoparkplätze und einen Behindertenparkplatz, ein Tag kostet CHF 6. Dazu kommen die öffentlichen Parkplätze der Gemeinde. Im Klosterhof selbst sind die Plätze bei der Einfahrt werktags von 6 bis 20 Uhr für Kunden reserviert.
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