Location · Zug ZG
Zivile Trauung im Rathaus Zug
Ein Haus von 1505 in der Altstadt, zwei Trauräume unter einem Dach: der Gotische Saal für achtundvierzig Gäste und das Bürgerratszimmer für vier. Getraut wird an einigen Freitagen und an manchen Samstagvormittagen.
Auf dieser Seite stehen die Räume mit ihren Plätzen, die Gebühren, die Regeln der amtlichen Broschüre im Wortlaut und die Punkte, die niemand publiziert. Die Beobachtungen stammen aus einer eigenen Reportage im Sommer.

Kurz gefasst
Was ihr wissen solltet
- Wo
- Historisches Rathaus in der Zuger Altstadt, wenige Schritte vom Zytturm.
- Zwei Räume
- Gotischer Saal für 48 Gäste, barockes Bürgerratszimmer für vier.
- Wann
- An einigen Freitagen, dazu an manchen Samstagvormittagen im Jahr.
- Reservieren
- Frühestens ein Jahr im Voraus, und nur telefonisch.
- Fotografieren
- Ausdrücklich erlaubt. Filmen während der Trauung nicht.
- Apéro
- Bei Trauungen um 11.00 oder 15.30 Uhr in der Eingangshalle möglich, mit zugelassenen Anbietern.
- Treppen
- Das Rathaus hat keinen Aufzug und ist nicht rollstuhlgängig.
- Kreis
- Zug, Steinhausen, Walchwil, Oberägeri und Unterägeri bilden den Zivilstandskreis Zug.
Das Zivilstandsamt schreibt: «Das zwischen 1505 und 1509 erbaute Rathaus liegt in der Zuger Altstadt, in unmittelbarer Nähe des Wahrzeichens der Stadt Zug, dem Zytturm.» Eigentümerin ist die Bürgergemeinde Zug, im Haus sitzt die Bürgerkanzlei, im Erdgeschoss das Gasthaus Rathauskeller. Zur Adresse gibt es zwei Angaben — Fischmarkt und Ober-Altstadt 1 —, die Broschüre des Amtes nennt gar keine. Fürs Auffinden reicht: Rathaus, Zuger Altstadt.
Die Räume
Achtundvierzig Plätze oder vier
Der Kreis Zug führt sechs Trauräume an vier Standorten. Zwei davon stehen im Rathaus, und zwischen ihnen liegen Welten: der eine fasst eine ganze Gesellschaft, der andere gerade die engste Familie.
| Raum | Wo | Platz für Gäste | Zugang |
|---|---|---|---|
| Gotischer Saal | Rathaus, Zuger Altstadt | 48 Sitzplätze für Gäste | kein Aufzug, nicht rollstuhlgängig |
| Bürgerratszimmer | Rathaus, Zuger Altstadt | 4 Sitzplätze für Gäste | kein Aufzug, nicht rollstuhlgängig |
| Gesellschaftsraum Park-Tower | 24. Stockwerk, Gubelstrasse 24 | 35 Sitzplätze für Gäste | rollstuhlgängig |
| Atelier im Dachgeschoss | Museum Burg Zug | maximal 18 Gäste | über schmale, steile Treppen |
| Hedigerzimmer | Museum Burg Zug | 5 Sitzplätze und 7 Stehplätze | mit Lift erreichbar |
| Sitzungszimmer | Stadthaus, Gubelstrasse 22 | 9 Sitzplätze und 4 Stehplätze | rollstuhlgängig |
Wörtlich aus der Broschüre «Eheschliessung» des Zivilstandsamts Kreis Zug, Abruf 31.08.2026. Alle Platzzahlen verstehen sich «exkl. Brautpaar und Trauzeugen». Die beiden Räume im Museum Burg Zug stehen erst seit 2026 zur Verfügung. Der Rathauskeller vermietet den Gotischen Saal für Tagungen mit bis zu hundert Personen — für Trauungen gilt die Zahl des Amtes.






Termine
Einige Freitage, manche Samstagvormittage
Mehr sagt das Amt zu den Terminen nicht — und genau deshalb lohnt sich der Anruf früh. Reservieren lässt sich ein Datum frühestens ein Jahr vorher, und nur telefonisch.
- «Trauungen werden im Rathaus an einigen Freitagen durchgeführt. Zusätzlich kann an manchen Samstagvormittagen pro Jahr zivil geheiratet werden.» Welche Daten das sind, steht nirgends.
- Ein Jahr im Voraus. «Den Termin für die Eheschliessung können Sie frühestens ein Jahr vor dem gewünschten Heiratsdatum reservieren. Bitte erkundigen Sie sich telefonisch bei uns.»
- Am Samstagvormittag ist Markt. Der Altstadtmarkt findet laut Stadt «Jeden Samstag 8 bis 12 Uhr» auf dem Landsgemeindeplatz statt. Für Bilder ist das ein Gewinn, für die Anreise der Gäste ein Punkt auf der Liste.
- Das Amt sitzt nicht im Rathaus, sondern im Stadthaus an der Gubelstrasse 22. Telefon +41 58 728 91 20, zivilstandsamt@stadtzug.ch, Montag bis Freitag 08.00 bis 12.00 und 13.30 bis 17.00 Uhr.
Was die Trauung kostet
| Posten | Ansatz nach Bundesrecht |
|---|---|
| Ehevorbereitungsverfahren | CHF 150, wenn beide Erklärungen beim selben Amt entgegengenommen werden; CHF 125 bei einer Erklärung; CHF 100 bei schriftlichem Gesuch |
| Trauung, Grundgebühr | CHF 75 |
| Termin separat vereinbaren | CHF 50 Zuschlag, wenn die Trauung nicht direkt an das Vorbereitungsverfahren anschliesst |
| Zeremonie in einem anderen Lokal | CHF 50 Zuschlag |
| Trauung in nicht amtlicher Sprache | CHF 50 Zuschlag, ohne Dolmetscherin oder Dolmetscher |
| Trauzeugen vom Amt gestellt | CHF 50 pro Person |
| Absage oder Verschiebung | CHF 100, wenn weniger als zwei Arbeitstage vorher |
| Samstag | Das Bundesrecht sieht einen Zuschlag von 100 Prozent vor. Die Kantone dürfen darauf verzichten. Ob Zug das tut, ist nicht publiziert. |
Aus der Zivilstandsverordnung des Bundes. Kanton und Stadt Zug publizieren keine eigenen Ansätze, und die Broschüre des Amtes nennt keine einzige Zahl zu Gebühren. Das Bundesrecht hält allerdings fest: «Es dürfen keine weiteren Gebühren, Auslagen und Zuschläge für zivilstandsamtliche Tätigkeiten erhoben werden.» Ob für das Rathaus zusätzlich eine Raummiete verlangt wird, ist ebenfalls nicht publiziert.
Die Broschüre
Fotografieren ja, filmen nein
Fünf Sätze aus der amtlichen Broschüre, die euren Ablauf betreffen. Der erste ist für uns der wichtigste — und selten so klar formuliert.
- «Wir bitten Sie, das Filmen während der Trauung zu unterlassen. Das Fotografieren ist selbstverständlich erlaubt.»
- «Wir bitten darum, auf das Werfen von Reis, Rosenblättern und anderen Utensilien zu verzichten.»
- «Brautpaare werden gebeten, sich mit den Gästen fünf Minuten vor Beginn der Trauung in der Eingangshalle des Rathauses zu besammeln.»
- «Das Rathaus hat keinen Aufzug und ist daher nicht für jedermann zugänglich. Es ist nicht rollstuhlgängig.»
- «Wenn Ihre Trauung um 11.00 Uhr oder 15.30 Uhr beginnt, besteht die Möglichkeit, anschliessend in der Eingangshalle des Rathauses im Erdgeschoss mit zugelassenen Anbietern einen Apéro zu organisieren.»
Zwei Anmerkungen dazu. Erstens: Der Satz zu Reis und Rosenblättern ist eine Bitte, kein Verbot — ein förmliches Verbot der Stadt für den Grund vor dem Haus ist nirgends publiziert. Wer trotzdem etwas werfen möchte, fragt vorher. Seifenblasen fallen nicht unter die Aufzählung und sehen im Gegenlicht ohnehin besser aus. Zweitens: Die fünf Minuten Besammlung sind knapp gerechnet. Der Saal liegt im dritten Stock, es gibt keinen Aufzug, und eine Gesellschaft von vierzig Leuten braucht auf einer Treppe länger als eine.

Unser Tag dort
Wie der Tag lief
- Fünf Minuten vorher Besammlung in der Eingangshalle
- Das Amt bittet darum, sich fünf Minuten vor Beginn mit den Gästen unten in der Eingangshalle zu treffen. Das ist keine Formalie: Über die Treppe braucht eine Gesellschaft länger, als alle denken, und der Saal liegt im dritten Stock.
- Trauung Holz, Masswerk, Bogenfenster
- Der Gotische Saal ist rundum getäfelt, die Fenster sind schmal und hoch, das Licht kommt von einer Seite. Für uns heisst das: lichtstarke Objektive, kein Blitz, und die Position vorher abmachen. Fotografieren ist ausdrücklich erlaubt, Filmen während der Trauung nicht.
- Danach Auszug durchs Portal
- Der Weg nach draussen führt durch das Portal auf die Gasse. Dort standen die Gäste mit Seifenblasen. Zu Reis und Rosenblättern bittet das Amt ausdrücklich um Verzicht — Seifenblasen fallen nicht darunter und sehen im Gegenlicht ohnehin besser aus.
- Gruppen In die beflaggte Gasse
- Für die Gruppenbilder sind wir wenige Schritte in die Altstadtgasse. Die Fahnen über der Gasse geben ein Dach aus Farbe und werfen weiches Licht nach unten. Ein Standort, alle Konstellationen, keine Wanderung.
- Apéro Ans Wasser
- Der Apéro fand am See statt, unter weissen Schirmen. Vom Rathaus bis ans Ufer ist es ein kurzer Weg durch die Altstadt — die Gäste laufen, das Paar auch.
- Paarbilder Auf dem Steg
- Ein Holzsteg, Wasser auf drei Seiten, dahinter die Berge. Mehr braucht es nicht. Am frühen Nachmittag ist das Licht hart — dann arbeiten wir mit dem Gegenlicht statt dagegen.



Fotos
Die Gasse vor der Tür, der See am Ende
Der Vorteil dieses Trauorts ist die Lage. Die Altstadtgasse beginnt vor dem Portal, der Zugersee liegt am Ende der Gasse. Für Gruppenbilder und Paarbilder braucht es kein Auto.








Eine eigene Foto- oder Drehbewilligungsregelung publiziert die Stadt Zug nicht; eine Suche nach «Filmaufnahmen» auf ihrer Website bleibt leer. Was publiziert ist, betrifft Gegenstände auf öffentlichem Grund: bis 1 m² Bodenfläche ohne Bewilligung, ab 3 m² mit Gebühr. Wir arbeiten mit Kamera und ohne Aufbau — was in der Praxis nirgends ein Thema war.


Anreise
Parkhaus statt Parkplatz
- Wo
- Rathaus in der Zuger Altstadt, in unmittelbarer Nähe des Zytturms. Das Zivilstandsamt selbst sitzt im Stadthaus an der Gubelstrasse 22.
- Parkieren
- Die Stadt führt vier Parkhäuser, alle rund um die Uhr offen: Altstadt-Casino, Neustadtplatz, Frauensteinmatt und Arena. Der Tarif beginnt bei CHF 1.50 für die erste Stunde, drei Stunden kosten CHF 4.50, sechs Stunden CHF 10, der Höchsttarif für 24 Stunden liegt bei CHF 29.
- Mit dem Bus
- Die Haltestellen Kolinplatz und Burgbach liegen am Rand der Altstadt. Eine offizielle Gehzeit vom Bahnhof Zug zum Rathaus publiziert weder die Stadt noch Zug Tourismus.
- Im Haus
- Das Gasthaus Rathauskeller ist von Dienstag bis Samstag geöffnet, sonntags und montags Ruhetag. Es vermietet die Eingangshalle für Apéros bis 120 Personen, bei schönem Wetter kombinierbar mit der Terrasse.
Fragen
Fragen zur Trauung im Rathaus Zug
Welche Räume gibt es im Rathaus Zug?
Zwei. Das Zivilstandsamt schreibt: «Paare können sich im Gotischen Saal oder im barocken Bürgerratszimmer das Ja-Wort geben.» Der Gotische Saal bietet «48 Sitzplätze für Gäste (exkl. Brautpaar und Trauzeugen)», das Bürgerratszimmer «vier Sitzplätze für Gäste».
An welchen Tagen wird im Rathaus getraut?
Wörtlich: «Trauungen werden im Rathaus an einigen Freitagen durchgeführt. Zusätzlich kann an manchen Samstagvormittagen pro Jahr zivil geheiratet werden.» Welche Freitage und Samstage das sind, publiziert das Amt nicht — das erfahrt ihr am Telefon.
Wie früh kann man reservieren?
«Den Termin für die Eheschliessung können Sie frühestens ein Jahr vor dem gewünschten Heiratsdatum reservieren. Bitte erkundigen Sie sich telefonisch bei uns.» Eine Onlinereservation gibt es nicht. Zivilstandsamt Kreis Zug, +41 58 728 91 20.
Darf man während der Trauung fotografieren?
Ja. In der Broschüre steht: «Wir bitten Sie, das Filmen während der Trauung zu unterlassen. Das Fotografieren ist selbstverständlich erlaubt.» Das ist eine erfreulich klare Ansage — viele Ämter sagen dazu gar nichts, und dann rätselt man vor Ort.
Was kostet die Trauung?
Der Kanton und die Stadt Zug publizieren keine Ansätze. Nach Bundesrecht kostet das Vorbereitungsverfahren CHF 150, 125 oder 100 je nach Form, die Trauung selbst CHF 75 Grundgebühr, dazu Zuschläge von je CHF 50. Für den Samstag sieht das Bundesrecht einen Zuschlag von 100 Prozent vor; die Kantone dürfen darauf verzichten, und ob Zug das tut, steht nirgends. Fragt beim Amt nach.
Geht ein Apéro im Rathaus?
Bei zwei Startzeiten: «Wenn Ihre Trauung um 11.00 Uhr oder 15.30 Uhr beginnt, besteht die Möglichkeit, anschliessend in der Eingangshalle des Rathauses im Erdgeschoss mit zugelassenen Anbietern einen Apéro zu organisieren.» Im Haus führt das Gasthaus Rathauskeller, das die Eingangshalle für Apéros bis 120 Personen vermietet.
Ist das Rathaus barrierefrei?
Nein. Wörtlich: «Das Rathaus hat keinen Aufzug und ist daher nicht für jedermann zugänglich. Es ist nicht rollstuhlgängig.» Wer Gäste hat, für die Treppen ein Problem sind, wählt besser den Park-Tower oder das Stadthaus — beide sind laut Amt rollstuhlgängig.
Welche anderen Trauräume gibt es im Kreis Zug?
Neben den zwei Räumen im Rathaus der Gesellschaftsraum im 24. Stock des Park-Towers mit 35 Sitzplätzen und Blick auf Stadt, See und Berge, zwei Räume im Museum Burg Zug — das Atelier im Dachgeschoss für maximal 18 Gäste und das Hedigerzimmer — sowie ein schlichtes Sitzungszimmer im Stadthaus für neun sitzende Gäste.
Welche Gemeinden gehören zum Zivilstandskreis Zug?
Zug, Steinhausen, Walchwil, Oberägeri und Unterägeri. Die anderen beiden Kreise im Kanton sind Baar mit Menzingen und Neuheim sowie Cham mit Hünenberg und Risch.
Was ist am Samstagvormittag in der Altstadt los?
Markt. Die Stadt Zug schreibt zum Altstadtmarkt: «Jeden Samstag 8 bis 12 Uhr» auf dem oberen und unteren Landsgemeindeplatz. Wer an einem Samstagvormittag im Rathaus heiratet, hat also Betrieb vor der Tür — für Bilder ein Gewinn, für die Parkplatzsuche der Gäste nicht.
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